Heizöl News: US-Arbeitsmarkt schürt Konjunkturhoffnungen

3. Juli 2020, Ricarda Altrichter

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Eine positive Entwicklung der US-Arbeitsmarktdaten im Juni gab gestern nicht nur den Aktien- sondern auch dem Ölmarkt Schwung. Schließlich ist dies ein Zeichen für eine erfreuliche Konjunkturentwicklung trotz hoher Infektionszahlen. Der Heizölpreis ist heute dennoch gesunken.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • US-Arbeitsmarkt trotzt der Krise
  • Angola bleibt weiterhin hinter Kürzungsforderungen zurück
  • Brent bei 42,70 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 364,00 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1233 US-Dollar


Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 47,74 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 47,74 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag lag der Heizölpreis bei 48,69 Cent pro Liter Heizöl.
 

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

 Russische Söldner auf libyschen Ölfeldern
 Einhaltung der OPEC+ Kürzungen bei fast 90%, US-Ölbestände offenbar vor Abbau
 Wieder stärkeres Verkehrsaufkommen in USA, Europa und Asien

 Mehr Neuinfektionen – WHO warnt vor zweiter Infektionswelle, USA stark betroffen
 IWF senkt Wachstumsprognosen, OPEC sieht höhere Nicht-OPEC-Produktion
 China prognostiziert geringere Rohölimporte im dritten Quartal

Die USA sind schon immer ein wichtiger Seismograf für die weltwirtschaftliche (und politische) Lage. In der Pandemie gilt dies noch mehr. Inzwischen gibt es hier die meisten Neuinfektionen pro Tag, es werden Zahlen gemeldet, die kein anderes Land vorweisen muss. Umso positiver sind dann Signale, dass die Wirtschaft trotz allem aus dem Krisenmodus kommt.

Mangels anderer Impulse orientierte sich der Ölmarkt deshalb gestern an den Arbeitsmarktdaten für Juni, die erfreulich robust ausfielen. Die Notierungen ließen sich gestern von der Aussicht mitziehen, dass die Menschen in den USA wieder mehr arbeiten, mehr reisen und damit auch Öl verbrauchen.

Allerdings muss diese Entwicklung durch zwei Filter betrachtet werden: Einerseits haben die Neuinfektionen in vielen Bundesstaaten erst in den vergangenen Tagen ihre neuen Rekorde erreicht, erst jetzt werden punktuell Lockerungen zurückgenommen und Gegenmaßnahmen ergriffen. Der Arbeitsmarkt könnte also die Auswirkungen dieser Welle noch vor sich herschieben.

Auf der anderen Seite steht in den USA der 4. Juli, Independence Day, bevor. Der Handel nimmt damit deutlich ab, da viele Marktteilnehmer ein langes Wochenende einlegen oder einkalkulieren. Die gestiegenen Ölpreise ergeben sich also innerhalb eines geringeren Handelsvolumens, in dem Reaktionen größere Ausschläge zur Folge haben als an normalen Tagen.

Unterdessen zeichnet sich ab, dass Angola als eines der Länder, welche bisher ihren OPEC+Kürzungen nicht nachgekommen sind, die Quote wohl auch weiterhin nicht erfüllen wird. Trotz Drohung Saudi-Arabiens, einen zweiten Preiskrieg anzufangen, kann und will der Staat die Überproduktion bis Dezember nicht vollständig eindämmen.

Noch soll die OPEC versuchen, Angola zu überzeugen. Doch es steht weiterhin im Raum, dass der Riese Saudi-Arabien den Abnehmern angolanischen Öls riesige Rabatte gewähren könnte. Dies ist natürlich nicht im Interesse aller Beteiligten, weshalb die Meldung bisher auch nur vorsichtig registriert wird.

Das geringere Handelsinteresse ist heute Morgen bereits am Heizölpreis zu sehen. Die Notierungen orientierten sich zum Handelsstart entgegen der Stimmung leicht nach unten, Gasoil blieb stabil. So profitieren Heizölkunden heute Morgen erneut von einem günstigeren Preisniveau, das den Tank geldbeutelfreundlich auffüllt.

 

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 42,70 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstag betrug 42,06 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 43,14 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 364,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Donnerstag lag bei 357,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 363,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 03.07.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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