Heizöl News: Pokern um Klarheit in Sachen CoVid-19

17. Februar 2020, Felix Schmidt

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Noch immer versuchen die Märkte, Klarheit über die Auswirkungen des Coronavirus zu erlangen. Kurzfristig stiegen die Ölpreise zum Wochenende erneut, weil Chinas private Raffinerien strategisch Öl kaufen. Heizöl ist heute leicht teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Chinas private Raffinerien kaufen wieder Öl
  • Baker Hughes Report: 2 aktive US-Ölplattform mehr
  • Brent bei 57,26 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 516,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,0838 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

•             Heizölpreis bei 62,99 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 62,99 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag lag der Heizölpreis bei 62,51 Cent pro Liter Heizöl.

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Russland zeigt Gesprächsbereitschaft gegenüber OPEC+

OPEC rechnet mit Angebotsüberschuss

Saudi-Arabien für Sonderkürzungen als Reaktion auf Coronavirus

Libyens Förderung stark reduziert

 

Infektionsrate bei CoVid-19 steigt überraschend

US-Ölförderung auf Rekordniveau

IEA, EIA und OPEC prognostizieren Überversorgung für 2020

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 57,26 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug 56,45 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 57,34 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 516,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 512,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 514,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 17.02.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Heizölpreise im Überblick

Nachdem die überraschend hohe Zahl an Neuinfektionen mit Corona wieder die Angst vor einer Pandemie schürte, verlegte sich der Markt vot dem Wochenende zusehends auf kurzfristige Entwicklungen – und stützte weiterhin die Ölpreise.

Chinas private Raffinerien gehen nach den Verkäufen von Lagerüberschüssen und der zurückgehenden Nachfrage wieder dazu über, Öl auf den Futures- und Spotmärkten zu kaufen. Das ist wirtschaftlich natürlich sinnvoll, weil die aktuellen Preisniveaus eine perfekte Kaufgelegenheit darstellen.

Der Markt will darin auch ein Signal sehen, dass die nicht staatlich gelenkten Unternehmen in China ein baldiges Ende der Epidemie sehen und die Ölnachfrage wieder steigen wird. Diese Einschätzung schlug sich am Freitag zumindest teilweise in den weiterhin stabilen Ölkursen nieder, auch wenn die überraschende Anzahl der Neuinfektionen beweist, dass eine stabile und kohärente Prognose weiterhin unmöglich ist. Deshalb warnen noch immer genug Stimmen davor, dass weiteres Abwärtspotential besteht.

Weiterhin wartet der Markt auf eine Reaktion der OPEC+Gruppe, deren Entscheidungsfreude von Russland blockiert wird. Es sieht momentan so aus, dass ein Treffen mit Beschlussfähigkeit wohl doch erst im März stattfinden wird. Das erscheint Beobachtern viel zu spät, ist aber gerade für Russland ausreichend. Ohne den starken Verbündeten Russland ist jede Kürzungsidee der OPEC nur ein zahnloser Tiger.

Auch wenn höhere Gesamtkürzungen um die diskutierten 0,6 Mio. B/T sicher nichts dafür tun können, das aktuelle Überangebot auf Grundlage der sinkenden Nachfrage zu beseitigen, würden sie doch ein wichtiges Signal in den Markt schicken.

Letztendlich bleibt der Markt (und die Wirtschaft allgemein) weiterhin unter dem starken Einfluss des Coronavirus, der sich erst bereinigen wird, wenn die Krankheit wirklich unter Kontrolle ist. Trotz erster Erfolgsmeldungen ist in dieser Hinsicht jedoch kein Ende in Sicht.

Heizölkäufer müssen heute Morgen zwar erneut einen leichten Preisanstieg hinnehmen, doch sollten sie wie Chinas Raffinerien denken und das weiterhin erfreuliche Preisniveau für strategische Käufe nutzen. Denn wer jetzt den Tank auffüllt, macht sich von allen Unsicherheiten unabhängig und kann damit gelassen auf Nachfrageentwicklungen oder unerwartete positive Wendungen an den Märkten reagieren.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,0838 US-Dollar, am Freitag waren es 1,0837 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,0842 US-Dollar festgesetzt.

Obwohl sich der Euro über das Wochenende praktisch nicht bewegt hat, hat er sich im Verlauf des Freitags doch von seinem dreijährigen Tiefststand erholt. Gründe dafür gab es kaum, es kann also von einer impulslosen Korrektur gesprochen werden, der man erst einmal wenig Bedeutung beimessen sollte.

Gerade an den Devisenmärkten wird immer deutlicher, dass die im Vorjahr abgewendete Rezession wohlmöglich nun aufgrund des Coronavirus kommen könnte. Die Ängste in dieser Hinsicht werden größer, die Anleger gehen dementsprechend weiterhin in Richtung sichere Währungen.

 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 17.02.20

  • Treffen der Eurogruppe
  • Direktinvestitionen im Land, China
  • Rede EZB-Mitglied, Eurozone

 

Dienstag, 18.02.20

  • EcoFin Treffen, Eurozone
  • ZEW-Umfrage Konjunkturerwartung, Eurozone + Deutschland

Mittwoch, 19.02.2020

  • Leistungsbilanz, Eurozone
  • FOMC-Protokoll, USA
  • API wöchentlicher Rohöllagerbestand, USA

 

Donnerstag, 20.02.2020

  • Tagung Europäischer Rat, Eurozone
  • Zinssatzentscheidung, China
  • Gfk Verbrauchervertrauen, Deutschland
  • EZB Zinssatzentscheidung, Eurozone
  • Arbeitsmarktdaten, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

 

Freitag, 21.02.2020

  • Einkaufsmanagerindex, Deutschland + Eurozone
  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • Markit PMI, Eurozone + USA
  • Fed-Bericht Geldpolitik, USA
  • Baker Hughes Plattform-Zählung, USA

*Termine ohne Gewähr

 

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Felix Schmidt – Autor

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