Heizölpreis Prognose – nachtanken oder abwarten?

Heizoel guenstig nachtanken

Den aktuellen Heizölpreis zu nennen und dessen Entwicklung zu zeigen reicht vielen Kunden zu Recht nicht aus. Mit unserer Heizölpreis Prognose möchten wir Ihnen bei der Entscheidung helfen, wann Sie Heizöl nachtanken sollten.

Auf und ab: Warum wird Öl überhaupt an der Börse gehandelt?

Realistisch betrachtet wird jeder Rohstoff auf diesem Planeten an der Börse gehandelt. Dieses System hat sich etabliert, um Erzeuger von einem Ende der Welt mit Nachfragern vom anderen Ende der Welt zusammenzubringen.

Während Rohstoffe wie Saatgut indes in der öffentlichen Wahrnehmung kaum einen „Börsencharakter“ entwickeln, war dies bei Öl von Anfang an anders. Gerade weil die Ölreserven geografisch ungleich verteilt sind, braucht es einen virtuellen, zentralen Marktplatz, auf dem sich die Teilnehmer treffen können.

Zudem ist Öl ein endlicher Rohstoff, kann also nicht nachgezüchtet werden. Das bestimmte von Anfang an den Wert und machte es nötig, entsprechende finanzielle Absicherungen und Experten ins Spiel zu bringen, die sich um den Handel mit hohen Geldbeträgen kümmern.

Drittens ist die Ölförderung, -verarbeitung und -bereitstellung ein kompliziertes logistisches Unterfangen, für das es klare Regeln und genaue Rahmenbedingungen braucht – die Börse kümmert sich dabei um die Handelsseite, auf der alle Teilnehmer wissen, was sie zu tun haben.

Letztendlich darf aber auch nicht unter den Tisch fallen, dass der Börsenhandel mit Öl ein ausnehmend attraktives Geschäft ist, das Spekulanten und Goldgräber anzieht. Gerade die Spekulanten bilden einen wichtigen Antrieb für die Bewegung der Notierungen.

Für die Heizölpreis Prognose entscheidende Faktoren

Jeder Heizöl-Kunde weiß: Höhen und Tiefen gehören zum Heizöl-Geschäft dazu. Doch warum schwanken die Heizölpreise so stark? Da gibt es zwei Faktoren: Die Entwicklung des Ölpreises und des Eurokurses beeinflussen den aktuellen Heizölpreis maßgeblich.

Wie entwickelt sich der Eurokurs?

Der Eurokurs bewegte sich seit seiner Einführung im Vergleich zum US-Dollar zwischen 0,90 und 1,60 US-Dollar. Da Öl in Dollar gehandelt wird, ist dieser Wechselkurs sehr entscheidend. In Laufe der letzten Jahre schwankte der Wechselkurs vom Euro zwischen 1,04 und 1,47 US-Dollar.

Euroentwicklung der letzten Jahre// Alle Angaben ohne Gewähr

Dabei gab und gibt es schon im Tagesverlauf oft erhebliche Schwankungen, die Volatilität genannt werden. Je stärker die Ausschläge nach oben und unten und je kürzer dabei die Zeitabstände, desto größer ist die Volatilität.

Diese Schwankungen ergeben sich aus den wirtschaftlichen Bedingungen in der Eurozone und den USA. Und diese Bedingungen stehen in einem direkten Wettbewerb miteinander. Das zeigt sich insbesondere an den wöchentlichen Konjunkturdaten zur Auftragslage, den Beschäftigungszahlen oder den Stimmungslagen in der Industrie. Hat hier ein Währungsraum die Nase sichtbar und/oder überraschend vorn, drückt sich dies meist direkt zugunsten der jeweiligen Währung aus. Bei einem theoretisch gleichbleibenden Ölpreis würde der Heizölpreis innerhalb von 12 Monaten, nur durch Währungsunterschiede schon um fast 20 Prozent schwanken.

Politische Faktoren spielen dabei ebenso eine riesige Rolle. Hier allerdings ist die Perspektive des Marktes jeweils eine andere. Der Euroraum hat innenpolitische Schwierigkeiten, die sich in Faktoren wie Haushaltsbildungsproblemen, Brexit oder Wahlergebnissen abbilden. Beim Dollar spielen diese Aspekte zwar ebenfalls hinein, doch sind es hier geopolitische Fragen, wie der Handelsstreit mit China, Sanktionen oder Drohungen gegen andere Länder usw., die den Dollarkurs bestimmen.

Obwohl Geopolitik eigentlich immer schwerer wiegt als Binnenpolitik, profitiert der Dollar von seiner Sonderstellung in der Welt. Die Dominanz der amerikanischen Währung schafft Abhängigkeiten und erhöht damit die (Wort-)Macht der USA. Außerdem ist der Dollar als Leitwährung eine sichere Anlage, die auch in politisch schwierigen Zeiten vor Verlusten bewahrt.

Eine seriöse Prognose zur möglichen Entwicklung kann ein Heizölhändler kaum leisten. Selbst die Prognosen von Banken widersprechen sich da zum Teil. Deshalb ist es für Heizölkäufer grundsätzlich immer eine sinnvolle Strategie, wenn sie davon ausgehen, dass der Eurokurs demnächst nachgeben könnte. Sobald die Gemeinschaftswährung – aus welchen Gründen auch immer – einen sichtbaren Satz nach oben macht und die Ölnotierung wenigstens stabil ist, sollten sie den Heizölkauf ernsthaft in Erwägung ziehen. Denn die Chance ist immer sehr hoch, dass sich diese Situation an den Devisenmärkten schnell wieder ändert. Zusätzlich ist es immer ratsam auch einen Blick auf die politischen Gegebenheiten (z.B. CO2-Abgabe, OPEC+ Entscheidungen...) zu werfen, da diese auch ein Indiz für einen Preisanstieg oder einen Ölpreisfall sein können.

Wie entwickelt sich der Ölpreis?

Ein Jahresvergleich auf unserer Heizölpreisseite macht deutlich, dass die Ausschläge der Ölkurse wesentlich flacher und geradliniger verlaufen als beim Eurokurs. Das liegt an der Tatsache, dass Öl weniger als „Tagesprodukt“, denn als „Zukunftsoption“ gehandelt wird.

Der Großteil des Handelsvolumens bei Öl wird von sogenannten Futures bestimmt. Dies sind Kaufoptionen mit einem Erfüllungszeitpunkt in der Zukunft. Diese Futures sind ein direkter Ausdruck der spekulativen Natur der Börse, sollen aber auch die Versorgungssicherheit „realer“ Ölverbraucher sicherstellen. Denn der Bedarf an regelmäßigen Öllieferungen übersteigt die reale Lagerfläche bei Weitem.

Dementsprechend weiter gefasst ist auch der Prognosehorizont an der Börse. Hier wird nicht von Tag zu Tag geschaut, sondern eher in Wochen und Monaten gerechnet. Hat sich ein Trend oder eine Annahme zur Entwicklung des Ölpreises erst einmal etabliert, hat diese Annahme eine Weile Bestand.

Diese Annahmen sind gleichzeitig der Sicherungsanker, aber auch die große Denkfalle bei der Ölpreisbildung. Weil die Ölbörsen immer weit nach vorne handeln, beruht der reale Ölpreis hauptsächlich auf Prognosen zu möglichen Szenarien in der Zukunft. Die zwei wichtigsten Faktoren sind dabei Angebot und Nachfrage.

Heizölpreisentwicklung der letzten Jahre// Alle Angaben ohne Gewähr

 Zunächst bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis, wobei das Angebot durch verschiedene Länder bestimmt wird, die über größere Ölreserven verfügen. Die sogenannten OPEC Staaten (Vereinigung erdölexportierender Länder) haben sich 1960 zu einem Kartell zusammengeschlossen, dessen Mitglieder aus wichtigen Ölländern wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und vielen anderen bestehen. Sie fördern etwa 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Es gibt jedoch auch noch große Ölproduzenten außerhalb der OPEC, wie z.B. die USA, Kanada und China.

Auch exogene Schocks, also Ereignisse, wie z.B. Naturereignisse und geopolitische Konflikte haben einen Einfluss auf die Angebotsfaktoren. Sie können dafür sorgen, dass Öl-Versorgungsketten unterbrochen werden, was eine Ölkrise hervorrufen kann. Dies war 2005 in den USA der Fall und sorgte für eine starke Erhöhung des Öl-/Kraftstoffpreises.  

Die Nachfrageseite wird vor allen Dingen durch die wirtschaftliche und technische Entwicklung in den großen Abnehmernationen bestimmt – je mehr die Wirtschaft wächst und die Industrialisierung in den Schwellen- und Entwicklungsländern voranschreitet, desto höher der Bedarf an Öl.

Auch die höhere Nachfrage nach alternativen Energiequellen und das wachsende Bewusstsein für ihre Vorteile können dafür sorgen, dass es eine geringere Abhängigkeit von Öl gibt. Dadurch würde auch die Nachfrage nach Öl sinken und den Preis fallen. Dieser Trend wird durch z.B. Elektroautos und auch von den Regierungen verschiedener Staaten unterstützt.

Zwar existieren Verträge zu Festpreisen, die den Ölpreis für längere Zeit festschreiben, im Grunde entsteht der Ölpreis aber an Warenterminbörsen wie der New York Mercantile Exchange (NYMEX) in New York oder der Intercontinental Exchange (ICE) in London.

Dort agieren Börsenprofis und wickeln Termingeschäfte in Form von Futures und Optionen ab. Waren wie Rohöl oder daraus raffinierte Produkte wie Heizöl und Benzin werden zu bestimmten Terminen in der Zukunft in Form von Kontrakten gehandelt.

Wie an jeder Börse zählt hier nicht nur die aktuelle Situation – wie viel Öl steht zur Verfügung und wie viel wird benötigt – vielmehr wird mit einer Vielzahl an Prognosen, Analysen und auch Spekulationen versucht, die zukünftige Preisentwicklung vorherzusehen. Der aktuelle Ölpreis wird damit auch vom zukünftig wahrscheinlichen Ölpreis bestimmt.

Vielleicht ist ihnen der Ausdruck „eine Entwicklung ist bereits eingepreist“ begegnet. Das bedeutet, bestimmte Erwartungen sind bereits im aktuellen Ölpreis enthalten. Das kann z.B. eine sogenannte Risikoprämie sein, die insbesondere bei geopolitischen Konflikten oder klimatischen Ereignissen eine wichtige Rolle spielt.

Soll ich Heizöl nachtanken oder abwarten?

Auch wenn die Suche nach dem richtigen Heizölpreis durchaus eine Form von Nervenkitzel ist, sollten Heizölkäufer ihre Rolle nicht falsch verstehen. Denn sie sind Nachfrager eines realen Produktes, das sie nicht nur im Winter dringend benötigen.

Dieser tatsächliche Produktbedarf erzeugt einen gewissen Handlungsdruck, der umso größer wird, je stärker sich der Tank leert. Gegen Ende einer Tankladung kann es daher passieren, dass Sie sich dazu gezwungen sehen, einen bestimmten Heizölpreis zu akzeptieren, um nicht ohne Heizöl dazustehen. Schließlich müssen beim idealen Zeitpunkt für den Heizölkauf auch noch logistische Faktoren bis zur tatsächlichen Lieferung einkalkuliert werden.

Allerdings hat niemand gesagt, dass Sie stets erst bei einem leeren Tank Nachschub ordern sollten. Im Gegenteil: Mit kleineren Lieferungen à 1.500 Liter o. ä. verteilen Sie das Preisrisiko auf mehrere Bestellungen und können somit zweimal von einem für Sie sinnvollen Preisniveau profitieren. Solche gestückelten Lieferungen nehmen außerdem den Druck aus Ihrer Entscheidung.

Unser Rat ist es, für den Heizölkauf sechs Faktoren zu beachten, die Sie durchaus mit zwei Monaten Vorlauf vor dem anvisierten Kaufzeitpunkt beobachten sollten, um einen Marktüberblick zu erhalten:

  • Lesen Sie täglich unsere Heizölnews und erfahren Sie alle wirtschaftlichen und geopolitischen Zusammenhänge, Trends und Prognosen.
  • Nutzen Sie die Preisbenachrichtigung und stellen Sie diese auf Ihr Wunschniveau ein. Schauen Sie länger vor dem Kauf, wie oft dieser Wunsch erreicht wird oder in welche Richtung sich die Preise davon wegbewegen.
  • Mit unserem Heizölpreisvergleich können Sie ermitteln, ob kleinere Teillieferungen oder eine große Gesamtlieferung die bessere Wahl sind. Die Kurvenentwicklung gibt einen Überblick über die Tendenz und damit die Trends am Markt. Zusätzlich sollten Sie beachten, dass die an sich fixen Logistikkosten im Verhältnis zur bestellten Gesamtmenge sinken.
  • Die Heizölpreisseite ist Ihr täglicher Anlaufpunkt für den Gesamtüberblick.
  • Über unseren TOTAL Heizöl Alexa Skill können Sie täglich die Heizölnews und den Heizölpreis herausfinden und das alle nur über Sprache
  • Nutzen Sie unsere Benachrichtigungsangebote auf Telegram und Notify, in welchen wir Ihnen die wichtigsten Neuigkeiten und die aktuelle Marktlage direkt auf ihr Handy schicken

Auch wenn all diese Zusammenhänge anfangs schwer durchschaubar scheinen: Ein wenig Börseninteresse und ein offenes Ohr am Weltgeschehen können Ihnen unterm Strich viel Geld sparen.