Ein Jahr Corona-Pandemie: Wie setzt sich der Heizölpreis zusammen?

Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie - Die Heizölpreiszusammensetzung im Februar 2021

Wer im vergangenen Jahr Heizöl gekauft hat, durfte sich zeitweise über die niedrigsten Preise seit zehn Jahren freuen. Die Corona-Pandemie hat die Ölmärkte kräftig durcheinandergewirbelt, Angebot und Nachfrage aus dem Gleichgewicht gebracht. Etwa ein Jahr liegt der Ausbruch der Pandemie nun zurück.

Ein Jahr der Anspannung – auch für die Ölmärkte

Ein erstes Zwischenfazit zu den Auswirkungen der Pandemie auf die Ölmärkte zogen wir Ende April 2020, als wir einen genaueren Blick auf die Heizölpreisentwicklung warfen. Durch die weltweit verhängten Lockdowns ging das Reisevolumen massiv zurück. Die globale Ölnachfrage brach ein, noch während die Produktion auf Hochtouren lief. Zu Beginn der Pandemie hatten einzelne produzierende Länder noch versucht, daraus Profit zu schlagen. Doch schnell wurde klar, dass das Coronavirus die Ölmärkte länger beschäftigt, als erwartet. Die ölproduzierenden Länder mussten sich zusammenraufen, und an einem Strang ziehen, um die Ölmärkte im Gleichgewicht zu halten. Saudi-Arabien, Russland, USA, Kanada, Brasilien und Norwegen – sie alle drosselten die Ölproduktion deutlich. Und trotzdem konnte man zunächst praktisch zusehen, wie sich die Lager füllten. Zeitweise musste das Rohöl auf schwimmenden Öltankern zwischengelagert werden.  Die Preise für die amerikanische Rohölsorte WTI fielen erstmals in ihrer Geschichte ins Negative. Die Anbieter mussten also Geld bezahlen, um Abnehmer für ihr Rohöl zu finden.

Über den Sommer normalisierte sich die Lage dann etwas, vor allem durch die Lockerungen und die zunehmende Reiseaktivität in Europa, Asien und in den USA. Doch die hohe Mobilität hatte ihren Preis. Schon im Juli und August stiegen die Infektionszahlen wieder, dennoch führten die wenigsten europäischen Länder die Regelungen vom Frühjahr wieder ein. In anderen Teilen der Welt reagierte man dagegen konsequenter. Die steigenden Infektionszahlen trübten die Euphorie der Sommermonate und weckten die Unsicherheit der Anleger erneut. Kurzzeitig kosteten 100 Liter Heizöl nur etwas mehr als 38 Euro – so wenig wie seit zehn Jahren nicht. Spätestens im Oktober, als die Infektionszahlen vor allem in Europa und in den USA rasant stiegen, wurde klar, dass eine harte Herbst- und Winterzeit bevorsteht. Zu Beginn des zweiten Lockdowns in Deutschland, Anfang November, kurz vor den Präsidentschaftswahlen in den USA, fiel der Heizölpreis erneut unter die Marke von 40 Euro. Der Optimismus des Sommers war vergessen, die Infektionszahlen hoch, eine Zulassung der Impfstoffe noch nicht in Sicht.

Von Negativpreisen zur Normalisierung

Die Wende kam dann im Dezember, als die Infektionszahlen in Europa und den USA Rekordstände erreichten, einige Impfstoffhersteller jedoch einen Durchbruch erzielt hatten und in den ersten Ländern die Notzulassung bekamen. Zeitgleich war die Pandemie in anderen Teilen der Welt, allen voran in China, einem der wichtigsten Akteure auf dem Ölmarkt, gut unter Kontrolle. Das Land hatte weitgehend wieder geöffnet. Auch in anderen Teilen Südostasiens und Ozeaniens war das Virus dank strenger Maßnahmen praktisch eliminiert. In Verbindung mit den schon seit mehreren Monaten bestehenden OPEC+ Produktionskürzungen, einer deutlich erholten chinesischen Ölnachfrage und der voranschreitenden Impfkampagne, stellt sich seit dem Jahreswechsel nun langsam so etwas wie Normalität ein. Der Heizölpreis ist inzwischen auf 67 Euro pro 100 Liter gestiegen – und liegt damit fast wieder auf dem Niveau des Jahreswechsels 2019/2020, als der Heizölpreis bei knapp 71 Euro notierte.

Die Preisbestandteile auf einen Blick

Die Analyse der Heizölpreisentwicklung erfolgt durch den Mineralölwirtschaftsverband immer rückwirkend. Deshalb lassen sich im März dieses Jahres erst einmal nur Aussagen über die Zusammensetzung des Heizölpreises im Februar treffen, als hundert Liter Heizöl noch 61,47 Euro kosteten. Davon entfielen mit 35,08 Euro rund 57 Prozent auf den Produktpreis.

Heizölpreiszusammensetzung im Februar 2021 // Alle Angaben ohne Gewähr

10,43 Euro machte der Deckungsbeitrag aus, was einem Anteil von knapp 17 Prozent entspricht. Die Mehrwertsteuer in Höhe von 9,81 Euro machte einen Anteil von 16 Prozent auf den Bruttopreis aus. Schließlich folgt mit 6,14 Euro die Mineralölsteuer, die somit einem Anteil von 10 Prozent entspricht.

An den Heizölvorrat denken

Aktuell klettert der Heizölpreis weiter nach oben. Wenn die Analysten recht behalten, könnte schon in der zweiten Jahreshälfte wieder das Preisniveau von vor der Krise erreicht sein. Folgen Sie regelmäßig unseren Heizöl-News, um über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben und füllen Sie Ihren Heizölvorrat rechtzeitig auf.

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