Heizöl News: USA und OPEC sprechen über gemeinsame Maßnahmen

23. März 2020, Ricarda Altrichter

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Die historisch niedrigen Ölpreise und die derzeitige Weltsituation schaffen vormals kaum möglich erscheinende Allianzen: Die USA und die OPEC sprechen über gemeinsame Kürzungsmaßnahmen, nachdem die Ölindustrie in Texas um Hilfe gerufen hat.
Der Effekt hielt jedoch nur kurz. Heizöl ist günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • USA zu OPEC-Treffen eingeladen
  • Baker Hughes Report: 20 aktive US-Ölbohranlagen weniger
  • Brent bei 26,24 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 288,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,0752 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

•             Heizölpreis bei 58,32 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 58,83 Cent pro Liter Heizöl. Gestern lag der Heizölpreis bei 58,32 Cent pro Liter Heizöl.

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

EZB kündigt Anleihenprogramm an

Irak bittet um OPEC+ Sondermeeting

USA füllen Öl-Reserven auf

Konjunkturprogramme verschiedener Regierungen

 

Covid19 ist weltweite Pandemie – weitreichende Beschränkungen

OPEC und Russland: Rekordproduktion angekündigt

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 26,24 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug 29,37 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 27,38 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 288,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 306,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 301,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand:23.03.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

In den vergangenen Wochen gab es keinen Grund, den Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen näher zu betrachten. Heute Morgen ist das anders. Denn 20 Plattformen weniger in nur einer Berichtswoche zeichnen ein deutliches Bild davon, wie sehr auch die US-amerikanische Ölindustrie von den konstant sinkenden Preisen getroffen ist.

Dank hoher Investitionen und einer rigorosen „fossil first“-Strategie konnten die Amerikaner bisher stets mit halbwegs geringen Ölpreisen leben. Doch das Maß ist nun offensichtlich voll. Deshalb ist der Baker Hughes Report auch ein Indikator und eine Begründung dafür, warum sich in der derzeitigen Lage plötzlich ungeahnte Allianzen bilden:

Laut Aussagen der USA habe man mit der OPEC telefoniert und produktive Gespräche zu möglichen gemeinsamen Kürzungsmaßnahmen geführt. Außerdem sei eine Einladung an die USA zum nächsten OPEC-Treffen ergangen.

Redet man von der US-Ölindustrie, ist „Texas“ das naheliegendste Synonym. Dementsprechend wurde auch formuliert, dass man nun in den USA abwarte, was die Welt und der Markt zur Idee gemeinsamer Kürzungen sage und dass man keinesfalls wolle, dass Texas etwas allein unternimmt.

Direkt am Freitag konnte der „Texas-Faktor“ deutliche kurzfristige Käufe und damit auch Preisanstiege generieren. Die daraus resultierenden Zunahmen bei den Ölpreisen sind heute Morgen jedoch längst wieder passé.

Denn erstens melden sich Wirtschaftsrechtler, die in einer Zusammenarbeit von OPEC und USA einen Verstoß gegen das Kartellrecht sehen. Zweitens ist das eigentliche Problem – der scheinbar unverrückbare Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland – noch nicht vom Tisch. Zwar hoffen nicht wenige, dass Russland zu Verhandlungen bereit ist, wenn der direkte russische Konkurrent USA plötzlich einsteigt. Doch bisher bleibt Russland weiter auf seiner Position, auch wenn es heute Gespräche zur Lage innerhalb der russischen Ölwirtschaft geben soll.

Drittens, und vermutlich am wichtigsten, gibt es angesichts der täglich vernichteten Nachfrage wegen der weltweiten Pandemie für Händler momentan keinerlei Grund, mehr als einige Stunden in die Zukunft zu agieren oder dabei besonders positiv zu sein.

Dementsprechend stellt sich heute Morgen auch wieder die Preislage dar, die den Heizölkauf weiterhin attraktiv macht. Seit einer Woche scheint der Heizölpreis allerdings kontinuierlich der allgemeinen Tendenz zuwider zu laufen bzw. stärker auf kurzfristige Steigerungen bei den Rohölpreisen zu reagieren.

Dies hat zwei Gründe: Einerseits wertet der Euro seit Anfang März fast kontinuierlich ab und verteuert damit das in Dollar gehandelte Öl für inländische Heizölkäufer. Zweitens folgend immer mehr Kunden hierzulande unserem Rat, sich besonders günstig mit Heizöl einzudecken.

Das steigert die Binnennachfrage und summiert sich außerdem mit einem derzeit abnehmenden Spotmarktangebot auf. Anders gesagt: Auch die Ölindustrie ist von Pandemiemaßnahmen getroffen, weshalb tägliches Öl nicht mehr im üblichen Umfang produziert wird. In dieser Konstellation ergibt sich zwar immer noch ein hervorragendes Preisniveau, doch es wird umso wichtiger, sich schnell zum Kauf zu entschließen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,0752 US-Dollar, am Freitag waren es 1,0752 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,0707 US-Dollar festgesetzt.

Nachdem der Euro in der Nacht noch einen neuen 3-Jahrestiefststand erreichte, hat er sich heute Morgen sichtbar stabilisiert und ist auf das Niveau von Freitag zurückgekehrt. Das führen Experten auf eine Dollarschwäche zurück. In den USA wird heftig über das Konjunkturpaket gestritten, dass die unmittelbaren Folgen der Pandemie für die Bürger und die Wirtschaft mildern soll. Demokraten und Republikaner können sich beispielsweise nicht darauf einigen, wer die finanzielle Aufsichtshoheit über die Maßnahmen haben soll – in Zeiten des Wahlkampfs keine unwichtige Frage.

In dieser Kursentwicklung einen Erholungstrend zu sehen, wäre indes fahrlässig. Denn weiterhin müssen die kommenden Konjunkturdaten in Betracht gezogen werden. Keine Überraschung: Niemand erwartet derzeit, dass diese alles andere als pessimistisch ausfallen.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 23.03.20

  • Verbrauchervertrauen, Eurozone
  • Industrieproduktion, China

Dienstag, 24.03.20

  • Einkaufsmanagerindex, Deutschland + Eurozone
  • Markit PMI, Deutschland + Eurozone + USA
  • API wöchentlicher Rohöllagerbestand, USA

Mittwoch, 25.03.20

  • Ifo-Geschäftsklima, Deutschland
  • Auftragseingänge, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

 

Donnerstag, 26.03.2020

  • Wirtschaftsbulletin, Eurozone
  • Arbeitsmarktdaten, USA
  • BIP, USA

 

Freitag, 27.03.2020

  • Privatfinanzdaten, USA
  • Baker Hughes Plattform-Zählung, USA

*Termine ohne Gewähr

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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