Heizöl News: Unsicherheiten an den Ölmärkten – Heizölpreis fällt

20. Oktober 2020, Felix Schmidt

Keine Einigung auf US-Hilfspaket. Heizölpreis sinkt.

Mit großen Erwartungen sind die Marktteilnehmer in diese Woche gestartet. Doch weder konnte sich die US-Regierung auf ein Hilfspaket einigen, noch entschied die OPEC+, dass die Quotenlockerung verschoben wird. Im Lichte dieser Unsicherheiten sinkt der Heizölpreis heute.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • OPEC+: Quotenlockerungen werden nicht verschoben, Quotentreue hoch
  • Verhandlungen über US-Hilfspaket kommen nicht vorwärts
  • Brent bei 42,46 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 335,50 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1776 US-Dollar

Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 41,61 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 41,61 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag lag der Heizölpreis bei 42,34 Cent pro Liter Heizöl.

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

 Indische Raffinerien steigern ihre Auslastung
 USA: Verhandlungen zu US-Hilfspaket stagnieren
 China importiert erneut mehr Rohöl

 OPEC+: Hohe Quotentreue, Lockerung der Quoten wird nicht verschoben
 Technisches Gremium der OPEC+ prognostiziert Angebotsüberschuss in 2021
 Libyens größtes Ölfeld fördert bereits größere Mengen

OPEC+: Hohe Quotentreue, Lockerung der Quoten wird nicht verschoben

Beim gestrigen OPEC+ Treffen kam es aus Sicht der Marktteilnehmer zu keinen großen Überraschungen. In seiner Rede wies Russlands Energieminister Nowak zwar auf die durch das Coronavirus eingebrochene Rohölnachfrage hin, zeitgleich sei die Nachfrage jedoch nicht völlig zum Erliegen gekommen. Von Marktexperten wird dies als weiterer Hinweis dafür gedeutet, dass die Lockerung der derzeitigen Quotenregelungen wohl nicht verschoben wird. Zwar liegt die Quotentreue zurzeit in einem guten Bereich, doch zeitgleich wächst die Ölproduktion in Libyen, das aktuell noch von den Regelungen ausgenommen ist. Hinzu kommt die durch die zweite Infektionswelle erneut gedämpfte Nachfrage nach Rohöl. Insgesamt ergibt sich also eine recht unsichere Situation, die das Gremium zwar wahrnimmt, ohne gestern jedoch weitere konkrete Maßnahmen formuliert zu haben. Die Stabilität der Ölmärkte solle die OPEC+ weiter auf Basis der verfügbaren Daten und Informationen nach dem Prinzip „Prognose, Prävention und Proaktivität“ sicherstellen, hieß es in einer Mitgliederansprache während des Treffens. Bei den künftigen Treffen im November und Dezember dürfte die anstehende Quotenlockerung also wieder Diskussionsthema sein.

Kein Vorankommen bei den Verhandlungen über das US-Hilfspaket

Die Verhandlungen über ein dringend benötigtes Hilfspaket dauern bereits seit längerer Zeit an. Am gestrigen Montag konnten sich die Republikaner und Demokraten nun wieder nicht auf das geplante Corona-Hilfspaket einigen. Am vergangenen Wochenende hatte die demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ein Ultimatum bis Dienstag gesetzt, um einen Gesetzesentwurf noch vor den Präsidentschaftswahlen einreichen zu können. Allerdings blieben nennenswerte Fortschritte gestern aus. Stattdessen werfen sich beide Parteien fehlende Kompromissbereitschaft vor. Während die Demokraten ein Hilfspaket mit einem Volumen von 2,2 Billionen US-Dollar vorschlagen, reichen aus Sicht der Republikaner 1,88 Billionen Dollar aus. Angesichts der festgefahrenen Situation wird eine Einigung vor den Wahlen am 03. November immer unwahrscheinlicher.

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 42,46 US-Dollar. Am Montag betrug der Preis 42,83 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 335,50 US-Dollar. Am Montag lag der Preis bei 342,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 20.10.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

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Felix Schmidt – Autor

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