Heizöl News: Sturm auf US-Capitol, Iran im Fokus – Ölpreise nach Gewinnmitnahmen stabil

7. Januar 2021, Ricarda Altrichter

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Der Sturm von Trump-Anhängern auf das US-Kapitol hat nach neuen Langzeithochs für kurzfristige Gewinnmitnahmen an den Ölbörsen gesorgt. Diese Entwicklung hielt nur kurz, da die geopolitisch angespannte Lage mit Iran im Fokus bleibt. Der Heizölpreis ist heute stabil.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • Trump-Anhänger stürmen US-Capitol
  • DOE: Deutlich weniger Rohöl, Nachfrage nach Produkten gesunken
  • Zweiter Impfstoff vor europäischer Zulassung
  • Iran lässt per Interpol nach Trump fahnden, stellt Milliardenrechnung an die USA
  • Libysche Sicherheitskräfte blockieren wegen ausstehender Löhne eine Verladehafen
  • Versöhnungsbemühungen der Golfstaaten mit Katar
  • Brent bei 54,69 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 436,00 US-Dollar 
  • Euro bei 1,2324 US-Dollar


Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 59,41 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 59,41 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch lag der Heizölpreis bei 59,59 Cent pro Liter Heizöl.
 

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

Saudi-Arabien kürzt Ölförderung 

Iran steigert Urananreicherung, Spannungen mit Südkorea weiter verschärft

Trump unterzeichnet Corona-Hilfspaket

Covid-19: Neue Lockdowns, Reisebeschränkungen durch Virusmutation

OPEC+: Lockerung der Quotenregelungen ab Januar 2021, Russland will Produktion ab Februar steigern

 

Wie werden sich die Ölpreise heute entwickeln?

Heute Morgen startet ein Handelstag, der mit fast aberwitzigen News gespickt ist. Trump-Anhänger haben das US-Kapitol gestürmt, nachdem Trump wiederholt das Wahlergebnis und damit seine Niederlage angezweifelt hat. Iran lässt per Interpol nach Trump fahnden und hat eine Rechnung an die USA für entgangene Öl-Dollar durch die Sanktionen gestellt. Unterdessen scheinen sich die Golfstaaten durch eine Versöhnung mit Katar als Front gegen Iran positionieren zu wollen.

Harte Zahlen, wie die Bestandsentwicklungen in den US-Öllagern, verblassen angesichts dieser allseitigen geopolitischen Spannungen. Der Wahlsieg zweier Demokraten in Georgia stützte die Preise kurzfristig, in Europa steht ein zweiter Impfstoff von Moderna kurz vor der Zulassung.

Zudem blockieren libysche Sicherheitskräfte aus Protest gegen ausstehende Lohnzahlungen ein Verladeterminal und verzögern damit die Lieferung von rund 1 Mio. Barrel – eine nicht zu unterschätzende Zahl, die ihren Beitrag zu leicht steigenden Ölpreisen leistet.

Unterm Strich haben sich die Notierungen heute Morgen nur leicht verändert. Unter Einfluss der API-Daten und den Produktionskürzungen der Saudis schnellten die Ölpreise auf Langzeithochs, bevor die Marktteilnehmer ihre Gewinne angesichts der Lage in den USA in Sicherheit brachten.

Diese Lage hat sich vorerst beruhigt, auch wenn der als „Coup“ bezeichnete Gewaltakt sowohl in der Berichterstattung als auch an den Börsen Nachwirkungen haben könnte. Die Preistendenz zeigt jedoch momentan weiter nach oben, zumal der Höhenflug des Euros an Schwung verliert.

Trump-Anhänger stürmen US-Kapitol

Nachdem die Stichwahl in Georgia von zwei Demokraten gewonnen wurde, geht die Mehrheit im US-Senat faktisch an die Demokraten. Zwar steht es nun 50:50 zwischen Demokraten und Republikanern, doch die designierte Vize-Präsidentin Kamal Harris hat als Demokratin bei einem Patt die entscheidende Stimme.

Dieses Wahlergebnis mag ein Grund sein, warum es gestern vor der formellen Bestätigung vom Wahlsieg Joe Bidens zu einem Eklat am und im US-Kapitol kam. Bewaffnete Trump-Anhänger stürmten das Regierungsgebäude, es fielen Schüsse. Die Angaben zu möglichen Toten und Verletzten sind bisher widersprüchlich.

Trump hatte sein Anhänger zuvor zu Demonstrationen aufgerufen. Mit steigender Eskalation twitterte er zwar, dass die Eindringlinge nach Hause gehen sollten, sagte aber einmal mehr, dass er das Wahlergebnis anzweifele. Daraufhin wurde sein Twitter-Account temporär gesperrt.

Inzwischen sind die Ausschreitungen unter Kontrolle, doch das Land steht unter Schock. Auf die Ölpreise hat diese Episode zwar bisher keine direkten Auswirkungen. Doch die angespannte Situation auf dem Weg zum 20. Januar, dem Tag der offiziellen Amtsaufnahme der Biden-Regierung, lässt erahnen, dass noch viel passieren könnte, was die Welt in Atem halten und die Märkte in Alarmbereitschaft versetzen könnte.

Iran stellt Rechnung an die USA – Golfstaaten positionieren sich wohl gegen Iran

Iran lässt offiziell per Interpol nach Trump fahnden – aufgrund der Tötung von General Soleimani im Januar 2020, an der die USA beteiligt gewesen sein soll. Während dieser Schritt als etwas merkwürdiger Publicity-Stunt abgetan werden könnte, ist eine zweite Meldung grundlegender:

Teheran hat eine Rechnung über 70 Milliarden Dollar an die USA gestellt. Washington soll die entgangenen Öl-Einnahmen Irans aufgrund der Sanktionen kompensieren. Die Zahlung ist eine Bedingung dafür, dass Iran an den Verhandlungstisch zurückkehrt und die Wiederaufnahme des Atomabkommens mit der Biden-Regierung in Betracht zieht.

Unterdessen haben sich führende Golfstaaten mit dem seit 2017 isolierten Katar versöhnt. Katar wurde damals vorgeworfen, den internationalen Terrorismus zu unterstützen. Nach abgebrochenen Handelsbeziehungen und einem Austritt aus der OPEC 2019 wandte sich Katar notgedrungen dem Iran zu.

Mit der Wiedereingliederung Katars in die Golfstaatengemeinschaft aus Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinten Arabischen Emiraten soll wohl eine stabilere Front gegen den zunehmend bedrohlich wirkenden Iran geschaffen werden.

Denn Iran hat die Urananreicherung auf 20 Prozent hochgefahren und bricht damit klar das Internationale Atomabkommen, das seit 2015 besteht und 2018 einseitig von Trump aufgekündigt wurde.

Durch Katars „Lagerwechsel“ soll wohl der Druck auf Iran erhöht werden, sich bei den kommenden Atomverhandlungen offen für Zugeständnisse zu zeigen. Zusammen mit den Spannungen mit Südkorea scheint sich die Haltung Irans jedoch kaum auf Versöhnung zuzubewegen. Das macht die Rechnung an Washington einmal mehr deutlich.

Für den Ölmarkt zählt derzeit die gesteigerte Risikosituation im Nahen Osten, die den Anstieg der Ölpreise begünstigt, wenn auch nicht deutlich ausschlagen lässt.

Entwicklung Heizölpreis heute

Abgesehen von den punktuellen Ereignissen der vergangenen Stunden gilt vor allem die Produktionskürzung der Saudis weiterhin als wichtigster Stabilisierungsfaktor für die Ölnotierungen. Auch wenn es bereits Prognosen gibt, dass die OPEC-Produktion im Dezember zugelegt hat und die weiteren Lockdowns die Nachfrage weiter nach unten drücken könnten, scheint der Markt vorerst darauf auslegt zu sein, an steigende Ölpreise zu glauben.

Auch wenn der Euro momentan seinen Höhenflug beendet und die Ölnotierungen insgesamt gestiegen sind, kostet Heizöl heute kaum mehr als gestern. Tatsache ist jedoch, dass die Anzeichen vorerst auf weiteren Steigerungen stehen.

Dies sollte als Anlass genommen werden, sich möglichst schnell für den Heizölkauf zu entscheiden und damit allen nachteiligen Entwicklungen zuvor zu kommen.

 

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 54,69 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug 53,92 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 54,30 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 436,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 435,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 434,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 07.01.2021 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

DOE

Deutlich sinkende Rohölbestände und ebenso deutliche Bestandsaufbauen bei Rohöl gleichen sich theoretisch aus. Der Markt sieht zwar wohlwollend auf die enormen Abbauten, weiß aber auch, dass diese Zahlen saisonal bedingt sind und unter Einfluss des Jahreswechsels stehen. Raffinerien säubern ihre Bilanz, indem sie mehr Öl verarbeiten und damit stärkere Produktaufbauten begünstigen. Längerfristig wichtig ist, dass die Nachfrage nach Benzin derzeit so niedrig ist wie Ende Mai 2020, die Nachfrage nach Destillaten bleibt trotz Heizperiode auf einem Wert wie zuletzt im September 2020.

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-01-070120 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

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Wussten Sie, dass das Klimapaket der Bundesregierung den Betrieb von Ölheizungen nach 2026 nicht kategorisch ausschließt? Bestehende Ölheizungen können weiter betrieben werden. Bei einer Modernisierung der Heizungsanlage kann wieder eine Ölheizung eingebaut werden, sofern sie mit regenerativen Technologien, wie Solarthermie oder Photovoltaik, ergänzt wird. Gleiches gilt für Neubauten! Ist die Integration dieser Technologien nicht wirtschaftlich, kann eine Ölheizung wie bisher weiter betrieben oder neu installiert werden.

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Ricarda Altrichter - Autorin

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