Heizöl News: Ölpreise stehen vor möglicher Kurskorrektur nach unten

28. Juli 2020, Felix Schmidt

Experten erwarten Kurskorrektur nach unten

Der anfängliche Optimismus, ausgelöst durch die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen, bekommt einen Dämpfer. Denn mittlerweile ist klar, dass sich die Ölnachfrage nicht so schnell erholen wird, wie angenommen. Experten erwarten eine Kurskorrektur nach unten. Auch
der Heizölpreis fällt heute.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • Erholung der Ölnachfrage wird wohl deutlich länger dauern als erwartet
  • USA: Corona-Hilfspaket und expansive Geldpolitik
  • Ölmarktexperten erwarten Kurskorrektur nach unten
  • Brent bei 43,42 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 375,50 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1735 US-Dollar

Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 44,87 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 44,87 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag lag der Heizölpreis bei 45,14 Cent pro Liter Heizöl.

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

 US-Kongress plant Hilfspaket, Fed langfristig wohl mit expansiver Geldpolitik
 Saudi-Arabien prognostiziert höheren Eigenbedarf an Rohöl
 Ölnachfrage steigt durch Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen

 Ölmarktexperten korrigieren Ölnachfrageerwartung nach unten
 China: Neue Lockdowns, Raffinerien drosseln Auslastung, eingelagertes Rohöl wird exportiert, Neue Spannungen mit den USA – Konsulat in Chengdu geschlossen
 OPEC: Produktionssteigerungen im August, Irak erfüllt die Quoten weiterhin nicht

Die Lage in den bevölkerungsreichsten US-Bundesstaaten, Florida, Kalifornien und Texas hatte sich gerade etwas beruhigt. Bei den Neuinfektionen hatte kürzlich noch ein Rekord den anderen gejagt – mit dramatischen Folgen für die betroffenen Menschen. Die Gouverneure führten daraufhin erneut Ausgangsbeschränkungen ein und legten eine Maskenpflicht fest. Auch in Europa werden die Maßnahmen wieder angezogen, nachdem es in mehreren Ländern lokale Ausbrüche gab. So führte Großbritannien eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Spanien ein, in Deutschland soll für Rückreisende ein Corona-Test möglicherweise Pflicht werden. Diese und weitere Maßnahmen werden die Reiselust und die generelle Bewegungsfreiheit erneut dämpfen – mit negativen Auswirkungen auf die Ölnachfrage. So hatte Ryanair beispielweise die Erwartungen für die Passagierzahlen in 2020 um ein Viertel nach unten korrigiert und vor den Folgen einer zweiten Infektionswelle gewarnt. Insgesamt zeigt sich deutlich, dass die neuen Einschränkungen die schnelle Erholung des Ölnachfragewachstums der ersten Monate ausgebremst haben. Denn mit jeder Lockerung folgen, wie erwartet, auch wieder steigende Neuinfektionen.

Derweil schlägt die amerikanische Zentralbank Fed weiterhin einen geldpolitisch expansiven Kurs ein. Im Rahmen einer zweitägigen Sitzung wird über die weitere Strategie beraten. Finanzmarktexperten gehen davon aus, dass der Nullzins für einen langen Zeitraum beibehalten wird – auch dann, wenn die Inflation kurzfristig über die Zielmarke von zwei Prozent steigt. Für den US-Dollar würde das eine Abwertung gegenüber anderen Währungen bedeuten. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, müssten Käufer in anderen Ländern für die gleiche Menge an Rohöl dann weniger bezahlen – es würde faktisch also billiger, das Kaufinteresse könnte steigen. Neben den Maßnahmen der Fed soll vom US-Kongress auch ein Hilfspaket mit einem Gesamtvolumen von einer Billion US-Dollar geschnürt werden.

In Anbetracht der gebremsten Nachfrageentwicklung kommen die Produktionssteigerungen der OPEC+ Gruppe weiteren Druck auf die Preise aus. Auch in den USA ist die Produktion wieder gestiegen – und selbst China, normalerweise ein Rohölimporteur, verkauft aktuell die im März und April günstig eingekauften Rohölvorräte. An den Ölmärkten erwartet man in der nächsten Zeit eine Korrektur – denn die Preise sind bisher vor allem durch den relativ schwachen US-Dollar auf niedrigem Niveau stabil geblieben. Die nächste Kurskorrektur wird wohl nochmals nach unten erfolgen. Der Dollarkurs fiel heute jedoch auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren – und die geplante expansive Geldpolitik könnte diesen Trend untermauern.

Heizölkäufer dürfen sich freuen, denn die niedrigen Heizölpreise werden wohl noch eine Weile Bestand haben. Im Vergleich zum Vorjahr gab es praktisch keinen besseren Moment zum Auffüllen der Heizölvorräte.  

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 43,42 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug 43,24 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 43,41 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 375,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag ebenfalls bei 375,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 370,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 28.07.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

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Wussten Sie, dass das Klimapaket der Bundesregierung den Betrieb von Ölheizungen nach 2026 nicht kategorisch ausschließt? Bestehende Ölheizungen können weiter betrieben werden. Bei einer Modernisierung der Heizungsanlage kann wieder eine Ölheizung eingebaut werden, sofern sie mit regenerativen Technologien, wie Solarthermie oder Photovoltaik, ergänzt wird. Gleiches gilt für Neubauten! Ist die Integration dieser Technologien nicht wirtschaftlich, kann eine Ölheizung wie bisher weiter betrieben oder neu installiert werden.

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Felix Schmidt – Autor

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