Heizöl News: Iraks Ölproduktion zeigt Covid-Ausfälle – Bitte um OPEC+ Meeting

18. März 2020, Ricarda Altrichter

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Bisher hatte niemand so recht bedacht, dass auch die Ölproduktionen von Sicherheitsmaßnahmen zum Virusschutz betroffen sein könnten. Irak bringt dieses Thema aufs Parkett und bittet um OPEC+ Sondermeeting. Die Ölpreise fallen weiter, Heizöl ist heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Irak ruft nach OPEC+ Sondermeeting
  • API-Bericht: US-Ölbestände nehmen ab
  • Chinas Industrieproduktion fällt um 13,5 Prozent in zwei Monaten
  • Brent bei 28,55 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 298,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1018 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

  • Heizölpreis bei 53,18 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,18 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag lag der Heizölpreis bei 52,83 Cent pro Liter Heizöl.

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

▲ Irak bittet um OPEC+ Sondermeeting

▲ USA füllen Öl-Reserven auf

▲ Konjunkturprogramme verschiedener Regierungen

 

▼ Covid19 ist weltweite Pandemie

▼ Weitreichende Beschränkungen in Europa + USA

▼ OPEC und Russland: Rekordproduktion angekündigt

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 28,55 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstag betrug 30,65 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 28,85 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 298,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 307,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 300,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand:13.03.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Es scheint zwar eine logische Konsequenz, doch in der allgemeinen Situation auf dem Ölmarkt – insbesondere wegen des Preiskampfs von Russland und Saudi-Arabien – hatte sie niemand wirklich auf dem Schirm: Auch Ölproduktionsstätten müssen konsequenterweise Schutzmaßnahmen gegen die Virusausbreitung erheben. In Irak wurde ein Ölfeld vom Netz genommen, das bisher rund 95.000 B/T produziert hat. Die Mitarbeiter mussten nach Hause geschickt werden, um die Ausbreitungsgefahr einzudämmen.

Dies könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, was in der kommenden Zeit in dieser Hinsicht noch zu erwarten ist. Länder wie Irak werden von solchen Ausfällen besonders hart getroffen, da die heimische Wirtschaft fast vollständig vom Öl abhängig ist und unter jeder Abschaltung in Verbindung mit den niedrigen Ölpreisen leidet.

Deshalb hat Irak die OPEC+ Gruppe zum Sondermeeting gebeten und positioniert sich mit diesem Schritt wohlmöglich als „Vermittler“ im Preiskampf – auch wenn weder gesagt ist, dass es dieses Treffen geben wird, noch das Irak in irgendeiner Weise Einfluss auf die Streitparteien nehmen kann.

Doch der Domino-Effekt von Virus-bedingten Schließungen steht damit auf jeden Fall schon einmal im Raum. Allerdings wären allgemeine Ausfälle von Ölfeldern wiederum ganz „natürlich“ in der Lage, die Ölpreise nach oben zu treiben, was wiederum Russland und Saudi-Arabien nicht dazu animiert, ihre Überproduktion aufzugeben.

Iraks Bitte hatte gestern allenfalls einen kurzfristig bremsenden Effekt. Gleiches gilt für die API-Zahlen zu Ölbeständen. Der allgemeine Abbau der Vorräte an Rohöl, Benzin und Destillaten wurde vom Markt zwar registriert, lieferte aber keinerlei Stabilisierung. Zu groß ist die Dominanz der Virusschutzmaßnahmen, zu groß die Angst vor der Rezession.

Damit ergeben sich heute wiederum attraktive Preisvoraussetzungen, die Heizölkäufer erneut für sich nutzen können, um den Tank zu einem ausnehmend günstigen Preis aufzufüllen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1018 US-Dollar, am Dienstag waren es 1,1167 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag wurde bei 1,0982 US-Dollar festgesetzt.

Mit jedem angekündigten Hilfspaket verschiedener Regierungen im Euroraum hat die Gemeinschaftswährung gestern an Wert verloren. Denn die Maßnahmen sind nicht zur mittelfristigen Konjunkturerholung gedacht, sondern sollen die Virusfolgen ausbremsen, die sich bereits in den ersten Kennzahlen und Umfragen ausdrücken. Die ZEW-Konjunkturumfrage in Deutschland fiel gestern stark ins Minus und bildet den stärksten Rückgang seit Start der Erhebung im Jahr 1991 ab.

Heute Morgen ist dieser Abwärtstrend zwar zunächst leicht ausgebremst, weil im Gegenzug der Dollar unter dem milliardenschweren Hilfspaket für die USA leidet, das die Regierung gestern angekündigt hat. Gewinner oder Verlierer lassen sich aktuell nicht ausmachen, da alle Nationen in der aktuellen Lage im gleichen Boot sitzen.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • API: Allgemeine Bestandsabnahme findet kaum Beachtung

 

In normalen Zeiten hätten die Zahlen des American Petroleum Institutes (API) zu den US-Beständen sicher einen stabilisierenden Einfluss auf die Ölnotierung entwickeln können. Denn die Erwartung sah vor, dass es bei Rohöl zu Aufbauten kommen könnte, während Destillate und Benzin nur leicht abnehmen.

Die Zahlen melden jedoch einen allgemeinen Bestandsabbau, der zumindest bei den Produkten deutlich über der Erwartung liegt. Letztendlich gibt es für den Markt aber keinen Grund, sich mit diesen Zahlen zu beschäftigen – schließlich hat er ganz andere Sorgen.

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-11-110320 // Alle Angaben ohne Gewähr

Ob die heute folgenden Zahlen des DOE den Vorgaben folgen, ihnen widersprechen oder überhaupt einen Effekt entwickeln, wird sich im Laufe des Abends zeigen.

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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