Heizöl News: Impfstoff wirksamer als erwartet – Nachfragesorgen begrenzen Anstieg der Ölpreise

19. November 2020, Ricarda Altrichter

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Nachdem der Moderna-Impfstoff bereits eine sehr hohe Wirksamkeit in Tests gezeigt hat, ziehen Pfizer und BioNTech nun mit ähnlich guten Nachrichten nach.
Das gibt dem Ölmarkt Hoffnung, auch wenn die Nachfragesorgen dominant bleiben.
Der Heizölpreis ist heute gestiegen.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • BioNTech meldet höhere Impfstoffwirksamkeit in Tests
  • DOE: Sinkende Gesamtnachfrage, höhere Raffinerieauslastung
  • Anonyme Quelle: Vereinigte Arabische Emirate denken über OPEC-Austritt nach
  • Brent bei 44,15 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 358,50 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1849 US-Dollar


Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 43,08 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 43,08 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch lag der Heizölpreis bei 42,41 Cent pro Liter Heizöl.
 

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

Moderna und BioNTEch melden hohe Wirksamkeit bei Impfstoffstudien

US-Schieferölproduktion soll im November und Dezember sinken

  Rohölverarbeitung in Chinas Raffinerien im Oktober auf Rekordniveau

JMMC-Meeting verschiebt die Entscheidung über Förderkürzungen, VAE stellen sich dagegen

Ölproduktion in Libyen auf über 1 Mio. B/T gestiegen

Mehr aktive US-Öl-Bohranlagen

 

Wie werden sich die Ölpreise heute entwickeln?

Auch wenn ein marktfähiger Impfstoff gegen das Coronavirus noch nicht fertig ist, häufen sich die guten Nachrichten aus der Forschung: Nachdem das US-Unternehmen Moderna gemeldet hatte, dass sein Impfstoffkandidat eine Wirksamkeit von deutlich über 90 Prozent in der Phase-3-Studie habe, zog der „Rivale“ BioNTech aus Mainz gestern nach:

Die Wirksamkeit des Impfstoffes in Zusammenarbeit mit Pfizer liege entgegen früherer Meldung bei 95 Prozent. Auch soll es keine ernstzunehmenden Nebenwirkungen geben. Diese Nachricht schlug sich praktisch direkt in den Ölpreisen wieder, auch wenn ihr Anstieg vom durchwachsenen DOE-Bericht zum US-Ölmarkt sowie den Nachfrageaussichten begrenzt wurde.

Der Bericht zeigt, dass die Gesamtnachfrage abgenommen hat und bleibt damit eine wichtige Erinnerung, dass die Pandemie trotz aller Zukunftshoffnung nicht zu ignorieren ist. Die aktuellen Infektionszahlen unterstreichen diesen Fakt nur allzu deutlich. Der Appell mehrerer US-Gouverneure, am Thanksgiving-Wochenende nicht zu verreisen, tut sein Übriges. Derweil hat auch Frankreich gemeldet, dass der Lockdown vorerst nicht aufgehoben wird.

Dennoch stützt sich ein generell auf die Zukunft ausgerichteter Rohstoffmarkt momentan auf die Aussicht, dass es zum Ende des Jahres möglicherweise zwei Impfstoffquellen mit einer hohen Produktionsfähigkeit geben könnte.

Von dieser Aussicht dürften die Ölpreise heute gehalten werden, auch wenn der Großteil des Optimismus bereits gestern eingepreist wurde. Zudem wird einmal mehr ein Riss in der OPEC+Gruppe deutlich, den Marktteilnehmer intensiv beobachten.

Vereinigte Arabische Emirate denken angeblich über OPEC-Austritt nach

(Unbeabsichtigt) öffentliche Überlegungen zu einem Austritt aus der OPEC oder einem Ende der Zusammenarbeit bei den OPEC+Kürzungen sind zwar keine absolute Seltenheit. Doch wird eine wichtigste Stimme wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in dieser Hinsicht zitiert, spitzt der Ölmarkt die Ohren.

Nachdem die VAE beim JMMC-Meeting bereits klargestellt hatten, dass es eine Verlängerung der Kürzungen nur gäbe, wenn sich alle Mitglieder an ihre Vorgaben halten, soll das Land laut anonymer Quellen über einen OPEC-Austritt nachdenken.

Als Grund für diese Gedanken werden zunehmende Frustrationen mit der Quotentreue genannt. Zwar sei man sich bewusst, dass man selbst über das Ziel hinausgeschossen sei. Doch die VAE hatten nach einer Produktionssteigerung im August ihre Kompensationsziele strikt eingehalten. Bei Abweichlern wie Irak sei dies nicht der Fall.

Die Frustration ist nachvollziehbar, schließlich profitieren alle Kürzungsteilnehmer von stabileren Ölpreisen durch die Kürzungen. Doch sieht es (nicht nur) für die VAE so aus, als würden sie diese Last in Form geringerer Marktanteile überdurchschnittlich tragen müssen, während Irak und andere die Früchte der Bemühungen ernten.

Bisher gibt es kein offizielles Statement aus Abu Dhabi. Ein Gerücht hat sich in der Vergangenheit jedoch häufig als klares Druck- und Krisenmittel für die Verhandlungen innerhalb der OPEC erwiesen.

Darum ist es aktuell wahrscheinlicher, dass die OPEC-Vollversammlung am Ende des Monats reichlich Diskussionsstoff hat und wohlmöglich einen weitaus weniger attraktiven neuen Deal verabschiedet als vom Markt gefordert.

Entwicklung Heizölpreis heute

Der immer noch starke Eurokurs liefert gute Gründe, sich jetzt zum Heizölkauf zu entscheiden. Denn auch wenn die Gemeinschaftswährung von US-Wirtschaftsdaten und wenigen eigenen positiven Meldungen getrieben ist, bildet sie weiterhin ein Gegengewicht zu möglichen Anstiegen der Ölpreise.

Die Impfstoff-Hoffnung als stark wirksames Preisargument könnte den Ölpreisen weiter Aufwind geben. Deswegen ist es die beste Entscheidung, sich jetzt von allen Entwicklungen unabhängig zu machen und den Heizölkauf auf den Weg zu bringen.

 

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 44,15 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug 43,74 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 44,34 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 358,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 353,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 360,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 19.11.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

DOE

Es ist offensichtlich, dass die US-Raffinerien (nicht nur an der Golfküste) ihre Verarbeitung wieder hochfahren. Zusammen mit der gesunkenen Gesamtnachfrage hat dies preissenkende Signale. Allerdings fragen die Verbraucher mehr Destillate als erwartet nach, während jedoch die Fahrtätigkeit und damit die Benzinnachfrage abgenommen haben. So bleibt der DOE-Bericht uneindeutig, auch wenn die Tendenz als preissenkender Faktor bestehen bleibt.

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-47-191120 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

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Wussten Sie, dass das Klimapaket der Bundesregierung den Betrieb von Ölheizungen nach 2026 nicht kategorisch ausschließt? Bestehende Ölheizungen können weiter betrieben werden. Bei einer Modernisierung der Heizungsanlage kann wieder eine Ölheizung eingebaut werden, sofern sie mit regenerativen Technologien, wie Solarthermie oder Photovoltaik, ergänzt wird. Gleiches gilt für Neubauten! Ist die Integration dieser Technologien nicht wirtschaftlich, kann eine Ölheizung wie bisher weiter betrieben oder neu installiert werden.

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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