Heizöl News: Heizölpreis sinkt auf Langzeittief

2. November 2020, Felix Schmidt

Heizölpreis sinkt auf Langzeittief - 02.11.2020

Das Gleichgewicht von Ölangebot und Ölnachfrage dürfte in den nächsten Wochen unter Druck geraten. Sowohl die neuen Corona-Restriktionen, als auch die gestiegene Produktion Norwegens und der OPEC+ Staaten tragen dazu bei. Der Heizölpreis notiert so tief, wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • Neue Rekordwerte bei den Corona-Neuinfektionen könnten Ölangebot und -nachfrage aus dem Gleichgewicht bringen
  • OPEC+ Produktion ist im Oktober gestiegen
  • Ölproduktion im norwegischen Ölfeld „Johan Sverdrup“ steigt
  • Brent bei 36,53 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 291,00 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1640 US-Dollar

Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 38,40 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 38,40 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag lag der Heizölpreis bei 39,15 Cent pro Liter Heizöl.

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

 Putin schließt Verlängerung der OPEC+ Kürzungen nicht aus
 Weltweite Pandemie-Entwicklung erreicht neue Rekorde
 OPEC+: Produktion ist im Oktober gestiegen, Unmut wegen der Kürzungen, technisches Gremium prognostiziert Angebotsüberschuss 2021
Produktion im größten Ölfeld Westeuropas ist gestiegen


Die zweite Welle der Corona-Pandemie rollt über weite Teile Europas hinweg. Mehrere Länder, darunter Frankreich, Deutschland und Großbritannien haben neue Lockdowns angekündigt. Auch die Tatsache, dass die USA fast täglich neue Rekordwerte bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldet verstärkt den Pessimismus unter den Marktteilnehmern. Man sorgt sich somit nicht nur vor der Nachfrageentwicklung in Europa, sondern stellt sich auch die Frage, ob der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt, die USA, bald restriktivere Eindämmungsmaßnahmen beschließt. Gleichzeitig stehen morgen die Präsidentschaftswahlen an, die ebenfalls einen Einfluss auf die Ölmärkte haben dürften. Erst danach wird die US-Regierung wieder konstruktiv über ein notwendiges Corona-Hilfspaket diskutieren können. Angesichts dieser Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Ölnachfrage, geraten die Ölpreise auch angebotsseitig unter Druck. Für diese Entwicklung ist kurzfristig die wieder hochgefahrene Ölproduktion im Golf von Mexiko verantwortlich, nachdem Hurrikan Zeta vorbeigezogen ist, ohne nachhaltige Schäden an der Öl-Infrastruktur hinterlassen zu haben. Mittel- bis langfristig liegt der Fokus der Markteilnehmer auch auf weiteren Faktoren:

OPEC+ Produktion ist im Oktober gestiegen

Laut Analysten ist die Ölproduktion der OPEC-Länder im Oktober gestiegen, obwohl sich die an den Produktionskürzungen beteiligten Länder an die Quote gehalten haben. Der Anstieg ist demnach im Wesentlichen von zwei Ländern verursacht worden: Libyen und Irak. Libyen ist bisher von den Produktionskürzungen ausgenommen worden. Das Land hatte die Produktion erst im vergangenen Monat wieder aufnehmen können, nachdem durch den jahrelangen Bürgerkrieg praktisch zum Erliegen gekommen war. Durch die Vereinbarung eines Waffenstillstands hat die libysche Ölproduktion mittlerweile deutlich zugenommen. Die stärksten Kürzungen nahmen im Oktober die Vereinigten Arabischen Emirate vor, die weiterhin versuchen, die nicht erfüllten Kürzungen von August zu kompensieren.

Produktion am größten Ölfeld Westeuropas „Johan Sverdrup“ steigt

Obwohl Norwegen nicht zu den OPEC+ Staaten gehört, hatte man sich auch dort dem Kurs der OPEC angeschlossen und weniger Öl produziert, um Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten. Nun hat die Regierung eine Steigerung der Produktionsmengen genehmigt, sodass in Westeuropas größtem Ölfeld wohl bald die volle Kapazität ausgeschöpft werden kann. Dass sich Norwegen dem Kurs der OPEC+ über Dezember hinaus anschließt, ist unwahrscheinlich. Dadurch dürfte sich wiederum der Druck auf die OPEC erhöhen, die bis Dezember geltenden Quotenregelungen auf das nächste Jahr auszudehnen. Sollten sich die Mitglieder in der Vollversammlung Ende des Monats nicht darauf einigen können, wird ein neuer Preisrutsch erwartet.

Ölpreise an der Warenterminbörse:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 36,53 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug 37,30 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 291,00 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag lag bei 304,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 02.11.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

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Felix Schmidt – Autor

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