Heizöl News: Saudi-Arabien und Russland halten am Preiskonflikt fest

17. März 2020, Felix Schmidt

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Obwohl es an den Börsen kontinuierlich abwärts geht und gestern ein 4-Jahrestief erreicht wurde, halten Russland und Saudi-Arabien an ihrer Auseinandersetzung fest. Heizöl ist heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Russland und Saudi-Arabien halten an Preiskurs fest
  • Chinas Industrieproduktion fällt um 13,5 Prozent in zwei Monaten
  • Brent bei 30,65 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 307,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1167 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

  • Heizölpreis bei 52,83 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 52,83 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag lag der Heizölpreis bei 53,64 Cent pro Liter Heizöl.

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Fed senkt Zinsen drastisch

USA füllen Öl-Reserven auf

Saudi-Arabien und Russland wollen verhandeln

Konjunkturprogramme verschiedener Regierungen

 

Covid19 ist weltweite Pandemie

Weitreichende Beschränkungen in Europa + USA

OPEC und Russland: Rekordproduktion angekündigt

IEA spricht von sinkender Nachfrage 2020

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 30,65 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug 32,26 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 30,00 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 307,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 320,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 306,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand:13.03.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Es ist für den Beobachter sicher unverständlich, dass Saudi-Arabien und Russland in der aktuellen Situation weiter daran festhalten, die eigene Ölproduktion drastisch zu erhöhen und so die Ölpreise kontinuierlich weiter in den Keller zu schicken.

Obwohl der Ölpreis für beide Nationen theoretisch nicht mehr tragbar ist, stellen beide Kontrahenten das Machtringen über einen ausgeglichenen Haushalt. Russland bräuchte einen Barrelpreis von rund 40 Dollar, Saudi-Arabien sogar rund 80 Dollar, um aus dem Ölgeschäft halbwegs zu profitieren. Doch beide sind bereit, die Einbrüche durch finanzielle Reserven zu kompensieren, um dem anderen in der Frage nach künstlichen Kürzungen nicht nachzugeben.

Mit der Bekräftigung, man wolle am Kurs festhalten, brachten die Länder gestern neuen Schwung in die allgemeine Abwärtsbewegung der Kurse. Zwischenzeitlich erreichten die Ölnotierungen einen Tiefstand wie zuletzt vor vier Jahren.

Wie derzeit üblich, nutzen einige Händler die günstige Lage, um sich Optionen zu sichern und so den Tagestiefpunkt zumindest etwas nach oben zu korrigieren. Das macht zwar nicht die weiterhin starken Verluste wett, zeigt aber, dass es noch nicht zu einem absoluten Panikausverkauf gekommen ist.

Die Frage, warum Russland und die Saudis so agieren, ist vielschichtig. Russland will sich als starker Marktkonkurrent zu den USA positionieren und will dies über einen halbwegs niedrigen Preis erreichen. Denn die USA sind theoretisch in der Lage, den Markt mit günstigem und schnell verfügbarem Öl zu überschwemmen und die Preise so zu destabilisieren. Auch Russland besitzt eine halbwegs flexible Ölproduktion mit hoher Rentabilität, ist diesem Preiskampf also grundsätzlich gewachsen.

Saudi-Arabien als größter Produzent der OPEC ist dagegen ein behäbiges altes Pferd, hat aber allein durch seine schiere Produktionsgröße großes Einflusspotential – und ist gleichzeitig Lieferant der wichtigen Ölsorte Brent, von der zum Beispiel Europa abhängt. Damit hat Saudi-Arabien so etwas wie eine „Versorgungshoheit“, die es nun ausspielen will. Die Saudis sind allerdings im hohen Maße von einem hohen und stabilen Ölpreis abhängig, weshalb die Frage ist, wie lange es die niedrigen Preise durch eine große Produktionsmenge mit attraktiven Rabatten ausgleichen kann.

Die Zusammenarbeit der beiden Parteien kam nur zustande, weil sie sich als Gegengewicht gegen die aufsteigende Macht der Nicht-OPEC-Länder positionieren wollten, um sich so Marktanteile zu sichern. Doch Russland hat diese Zusammenarbeit immer schon anders bewertet bzw. nie vergessen lassen, dass es der wichtigste Mitspieler in der OPEC+Gruppe ist. Mit neuerlichen Kürzungsforderungen als Antwort auf die Covid-Krise hatte Saudi-Arabien aus Sicht Moskaus den Bogen überspannt.

Putin bekräftigt immer wieder, dass Russland zu Gesprächen bereit ist, aber keinen Bedarf dafür sieht. Anders gesagt: Saudi-Arabien muss einknicken, wenn sich etwas bewegen soll. Das Pokern beider Länder hätte natürlich zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können – und das wissen sie.

Letztendlich muss man erst einmal davon ausgehen, dass sich in dieser Hinsicht nichts bewegt. Zusätzlich zur Angebotsschwemme beschleunigt die rapide sinkende Nachfrage wegen Reiseverboten und geschlossenen Grenzen den Abwärtstrend.

China hat gestern Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht, die deutlich machen, was noch auf uns zukommen kann. Die chinesische Wirtschaft ist in der heißen Phase der Corona-Epidemie im eigenen Land in zwei Monaten um fast 14 Prozent zurückgegangen, nachdem sie zuvor immer in einem gewissen Spielraum gestiegen ist. Diese Zahl ist nicht überraschend, liefert deswegen auch kein echtes Ausverkaufssignal, wird aber in der Handelsgestaltung einkalkuliert.

Erneut ist die Lage für den günstigen Heizölkauf perfekt, erneut sollten Sie diese Gelegenheit für sich nutzen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1167 US-Dollar, am Montag waren es 1,1133 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1157 US-Dollar festgesetzt.

Mit der leichten Stabilisierung an den asiatischen Aktienmärkten hat sich auch die Flucht in sichere Anlagen etwas beruhigt und damit das Hin und Her beim Euro beruhigt. Analog zu den chinesischen Produktionsdaten werden in dieser Woche weitere Konjunkturzahlen aus verschiedenen wichtigen Volkswirtschaften beobachtet. Es wird sich zeigen, wie diese ausfallen und wie der Markt sie interpretiert.

 

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Felix Schmidt – Autor

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